Neubau & Erweiterung
Die wesentlichen Eigenschaften eines Gebäudes werden früh festgelegt.
Raumorganisation, Gebäudeform, Orientierung, Konstruktion und Fenster beeinflussen Energiebedarf, sommerlichen Komfort und die später notwendige Gebäudetechnik.
Deshalb entwickeln wir Neubauten, Erweiterungen und Aufstockungen nicht zuerst als Entwurf und ergänzen Energie und Technik anschließend.
Wir führen diese Themen bereits in der Konzeptphase zusammen.
Im Detail
Zwölf Themen der Neubauplanung.
Neubau beginnt mit der Nutzung.
Was soll das Gebäude leisten?
Bevor Grundriss oder Bauform entstehen, müssen Nutzung und Abläufe verstanden sein.
- Welche Räume werden benötigt?
- Wie hängen sie zusammen?
- Wo entstehen hohe Belegungen oder interne Lasten?
- Welche Bereiche müssen später veränderbar bleiben?
- Welche Anforderungen entstehen im täglichen Betrieb?
Aus diesen Fragen entwickelt sich die räumliche Struktur.
Ein gut organisiertes Gebäude kann bereits durch seine räumliche Struktur technische Anforderungen reduzieren und spätere Anpassungen erleichtern.
Der Entwurf beeinflusst Energie und Komfort.
Gebäudeform ist keine rein gestalterische Entscheidung.
Orientierung, Kompaktheit, Fensterflächen und Sonnenschutz bestimmen nicht nur das Erscheinungsbild. Sie beeinflussen Wärmeverluste, solare Gewinne, Tageslicht und sommerliche Lasten.
Deshalb betrachten wir Entwurf und Energie gemeinsam.
Große Verglasungen können räumlich attraktiv sein, gleichzeitig aber den Aufwand für Sonnenschutz oder Kühlung erhöhen. Eine kompakte Bauform kann den Wärmebedarf reduzieren, darf aber nicht auf Kosten von Nutzung und räumlicher Qualität entstehen.
Unser Ziel ist kein maximierter Einzelkennwert.
Wir suchen nach einem Gebäudekonzept, in dem Funktion, Gestaltung, Energie und Technik zusammenpassen.
Erweiterung heißt Weiterbauen.
Neue Fläche verändert auch das vorhandene Gebäude.
Viele Neubauaufgaben beginnen nicht auf einem freien Grundstück.
- Ein Wohngebäude wird erweitert.
- Eine Schule benötigt zusätzliche Räume.
- Ein Gewerbebau erhält einen neuen Gebäudeteil.
- Zusätzliche Wohnungen entstehen durch Anbau oder Aufstockung.
Dann trifft Neubau unmittelbar auf Bestand. Zu klären ist beispielsweise:
- Wie verbinden sich alte und neue Erschließung?
- Welche vorhandenen Konstruktionen können genutzt werden?
- Wie funktionieren Brand-, Schall- und Wärmeschutz an der Schnittstelle?
- Kann die bestehende Gebäudetechnik erweitert werden?
- Oder ist die Erweiterung der richtige Zeitpunkt, das Versorgungssystem neu zu ordnen?
Gerade diese Verbindung von Bestandsplanung und Neubau ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Aufstockung
Mehr Fläche auf vorhandener Struktur.
Eine Aufstockung kann zusätzliche Nutzfläche schaffen, ohne weitere Grundstücksfläche in Anspruch zu nehmen. Planerisch ist sie jedoch mehr als ein zusätzliches Geschoss.
Tragwerk, Erschließung, Brandschutz, Gebäudehülle und Gebäudetechnik müssen gemeinsam betrachtet werden. Wir prüfen deshalb unter anderem:
- Welche zusätzlichen Lasten kann die vorhandene Struktur aufnehmen?
- Wie wird der Übergang zwischen Bestand und neuem Gebäudeteil ausgebildet?
- Welche Leitungswege und Schächte können weitergeführt werden?
- Reicht die vorhandene Wärme- und Stromversorgung?
- Und wie lässt sich die Maßnahme im laufenden Betrieb umsetzen?
So wird aus der zusätzlichen Fläche eine Weiterentwicklung des gesamten Gebäudes.
Konstruktion und Material
Gebäudequalität endet nicht beim U-Wert.
Die Wahl einer Konstruktion beeinflusst Bauablauf, Dauerhaftigkeit, Materialeinsatz, Wartung und spätere Veränderbarkeit. Deshalb betrachten wir nicht nur die Frage, welcher Aufbau einen energetischen Zielwert erreicht.
Uns interessiert auch:
- Wie robust ist die Konstruktion?
- Wie lässt sie sich detaillieren und instand halten?
- Welche Materialien werden eingesetzt?
- Wie flexibel kann sie später verändert werden?
- Und welche Auswirkungen entstehen über den Lebenszyklus?
Die passende Lösung ergibt sich aus Nutzung, Gebäudeart und konkreten Randbedingungen.
Technik früh integrieren.
Was ein Gebäude später benötigt, muss im Entwurf berücksichtigt werden.
Technik benötigt Raum. Anlagenräume, Schächte, Leitungswege, Außengeräte, Lüftung, Wärmeübergabe und Wartungsflächen beeinflussen den Entwurf.
Im Neubau bestehen die besten Möglichkeiten, diese Anforderungen früh sinnvoll einzuordnen. So können beispielsweise:
- Anlagenräume richtig dimensioniert,
- Leitungswege kurz gehalten,
- Dachflächen für PV freigehalten,
- Wärmepumpen hinsichtlich Aufstellung und Schall berücksichtigt
- und Mess- und Regelungsstrukturen früh vorbereitet werden.
Technik wird damit Bestandteil des Gebäudekonzeptes und nicht zur nachträglichen Ergänzung.
Wärme und Kälte gemeinsam betrachten.
Sommerlicher Komfort gehört früh in den Entwurf.
Bei modernen Gebäuden kann die sommerliche Situation ebenso wichtig werden wie die winterliche Heizlast. Große Fensterflächen, hohe Belegung oder interne Wärmegewinne können relevante Kühllasten verursachen.
Deshalb lautet unser Ansatz nicht:
Gebäude entwerfen → Kühllast feststellen → Kühlung ergänzen
sondern:
Sommerliche Last vermeiden → passive Möglichkeiten nutzen → verbleibende Kühllast bestimmen → Technik planen
So können Gebäude und Anlagentechnik aufeinander reagieren.
Strom wird Teil des Gebäudekonzeptes.
Wärmepumpe, PV und Mobilität wachsen zusammen.
Mit elektrischer Wärmeversorgung, Photovoltaik, Speichern und Ladeinfrastruktur wird die Stromplanung zunehmend Teil der Gebäudeentwicklung. Dach- und teilweise auch Fassadenflächen werden damit zu energetisch nutzbaren Flächen.
Wir betrachten deshalb bei geeigneten Projekten früh:
- PV-Potenziale,
- Wärmepumpenlasten,
- Speicher,
- Eigenverbrauch,
- Ladeinfrastruktur
- und zukünftige elektrische Verbraucher.
Entscheidend ist nicht nur die jährliche Energiemenge, sondern auch, wann Erzeugung und Verbrauch auftreten.
Nachhaltigkeit beginnt im Entwurf.
Entscheidungen wirken über Jahrzehnte.
Ein neues Gebäude wird heute geplant und über viele Jahre genutzt. Deshalb betrachten wir neben Energieeffizienz auch Materialeinsatz, Lebensdauer, Wartung, Anpassbarkeit und spätere Veränderungsmöglichkeiten.
Lebenszyklus- und CO₂-Betrachtungen sind dann besonders sinnvoll, wenn sie eine Planungsentscheidung beeinflussen können. Zum Beispiel:
- Konstruktion A oder B?
- Mehr Material oder einfachere Instandhaltung?
- Größere Technik oder geringere Gebäudelasten?
- Kurzfristig günstiger oder langfristig robuster?
Nachhaltigkeit wird damit Bestandteil der Planung und nicht nur ein Nachweis nach Abschluss des Entwurfs.
Förderung früh einordnen.
Förderanforderungen können die Planung beeinflussen.
Bei Neubau und Erweiterung können energetische Standards, Nachhaltigkeitsanforderungen und Förderbedingungen Auswirkungen auf Konstruktion, Nachweise und Projektablauf haben. Deshalb sollte die Förderstrategie geklärt werden, solange wesentliche Entscheidungen noch offen sind.
Unser Grundsatz bleibt:
PROJEKTZIEL → VARIANTEN → FÖRDERUNG → ANFORDERUNGEN → WIRTSCHAFTLICHKEIT → PLANUNG
Programme und Anforderungen wie KFN oder QNG können dabei eine Rolle spielen. Sie sind jedoch kein Selbstzweck. Wir prüfen, ob ein Förderweg technisch und wirtschaftlich zum Projekt passt und welche Anforderungen früh berücksichtigt werden müssen.
Wohnungsbau
Fläche, Nutzung und Betrieb gemeinsam entwickeln.
Bei Wohngebäuden und kleineren Mehrfamilienhäusern beeinflussen Grundriss, Wohnungsgrößen, Erschließung und technische Versorgung unmittelbar die Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig bestimmen Gebäudehülle, Warmwasser, Wärmepumpe und PV die späteren Betriebsbedingungen.
Deshalb interessiert uns nicht nur:
Wie viel Fläche lässt sich bauen?
Sondern:
Welche Gebäudestruktur funktioniert räumlich, technisch und langfristig sinnvoll?
Nichtwohngebäude
Nutzung bestimmt den technischen Schwerpunkt.
Bei Büro, Verwaltung, Bildung, Gewerbe oder sozialen Nutzungen gewinnen Betriebszeiten, Belegung, interne Lasten, Lüftung und sommerlicher Komfort an Bedeutung. Damit wird auch die technische Betriebsstrategie wichtiger.
Der Energieverbrauch entsteht hier nicht allein aus der Gebäudehülle, sondern aus dem Zusammenspiel von Gebäude, Anlagen und tatsächlicher Nutzung.
Deshalb berücksichtigen wir diese Betriebsbedingungen bereits in der Planung.
Von der Idee zur Umsetzung.
Die Planung wird schrittweise konkreter.
01
Aufgabe
Was soll entstehen und welche Randbedingungen bestehen?
02
Konzept
Welche Gebäudestruktur beantwortet die Aufgabe sinnvoll?
03
Entwurf
Wie werden Raum, Konstruktion, Energie und Technik zusammengeführt?
04
Planung
Wie wird daraus ein genehmigungs- und ausführbares Gebäude?
05
Umsetzung
Wie werden Qualitäten ausgeschrieben, gebaut und überprüft?
06
Betrieb
Erreicht das Gebäude die geplanten funktionalen und energetischen Eigenschaften?
Gute Planung schafft Spielraum für später.
Nicht jede zukünftige Entwicklung lässt sich vorhersehen.
Ein neues Gebäude sollte jedoch nicht bereits durch heutige Entscheidungen unnötige Grenzen bekommen.
Deshalb achten wir auf robuste Konstruktionen, verständliche technische Systeme und eine Struktur, die auf zukünftige Veränderungen reagieren kann.
Nicht möglichst viel Technik. Nicht möglichst viele Nachweise. Sondern ein Gebäude, dessen wesentliche Entscheidungen miteinander funktionieren.
Was steht bei Ihrem Projekt an?
Beschreiben Sie uns Gebäude, Ausgangslage und die Entscheidung, die ansteht. Wir ordnen ein, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.
Projekt beschreiben
Projekt beschreiben
Für eine erste Einordnung reichen Gebäudeart, Ausgangslage und Ihre Fragestellung.
Wir ordnen ein, ob zunächst ein Check, eine Voruntersuchung oder eine Planung sinnvoll ist.

