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Gebäudehülle & Bauphysik

Zwei geöffnete Holzfenster mit Blick auf Berge und Wald

Gebäudehülle & Bauphysik

Die Gebäudehülle schützt vor Witterung, Wärmeverlust und Feuchte und bestimmt gleichzeitig einen wesentlichen Teil des Raumkomforts.

Bei einer Sanierung reicht es deshalb nicht, einzelne Dämmwerte zu verbessern. Entscheidend ist, wie Dach, Fassade, Fenster und ihre Anschlüsse als Konstruktion funktionieren.

Aus unserer Planungspraxis wissen wir: Kritisch ist häufig nicht die große Fläche, sondern der Übergang.

Dachrand. Fensteranschluss. Sockel. Attika. Durchdringung. Bauteilwechsel.

Genau dort verbinden sich Planung und Bauphysik.

Im Detail

Zwölf Themen der Gebäudehülle.

Erst die Konstruktion verstehen.

Eine Sanierung verändert ein bestehendes System.

Bestandskonstruktionen haben häufig über Jahrzehnte funktioniert – auch wenn ihr Aufbau heutigen Standardlösungen nicht entspricht.

Deshalb untersuchen wir vor einer Veränderung:

  • Welche Materialien und Schichten sind vorhanden?
  • Wie wird Feuchtigkeit aufgenommen und wieder abgegeben?
  • Welche Bauteile können erhalten bleiben?
  • Wo bestehen Schäden oder konstruktive Schwachstellen?
  • Welche früheren Sanierungen haben den ursprünglichen Aufbau bereits verändert?

Erst daraus entwickeln wir den neuen Aufbau. Nicht aus einer pauschalen Standardlösung, sondern aus der vorhandenen Konstruktion.

Dach

Mehr als Abdichtung und Dämmung.

Wenn ein Dach saniert wird, treffen mehrere Aufgaben zusammen. Abdichtung, Dämmung, Gefälle, Entwässerung, Anschlüsse und technische Aufbauten müssen als ein System funktionieren.

Dabei betrachten wir beispielsweise:

  • Wie hoch kann der neue Dachaufbau werden?
  • Wie werden Attika und aufgehende Bauteile angeschlossen?
  • Wie funktionieren Haupt- und Notentwässerung?
  • Wie werden Durchdringungen dauerhaft ausgebildet?
  • Welche zusätzlichen Lasten entstehen?
  • Wie können Photovoltaik oder spätere technische Nutzungen berücksichtigt werden?

Gerade im Bestand ist eine Dachsanierung deshalb häufig gleichzeitig konstruktive, energetische und technische Planung.

Fassade

Die Fassade ist keine reine Dämmfläche.

Eine Fassadensanierung verändert Konstruktion und Erscheinungsbild eines Gebäudes. Fensterlagen und Laibungen verändern sich. Sockel und Dachrand müssen angepasst werden. Bei vorgehängten Fassaden kommen Unterkonstruktion, Befestigung und Hinterlüftung hinzu.

Auch die Materialwahl betrachten wir deshalb nicht allein über die Wärmeleitfähigkeit. Je nach Projekt spielen außerdem Dauerhaftigkeit, Feuchteverhalten, Brandschutz, Reparierbarkeit, Ressourcen und Gestaltung eine Rolle.

So entsteht aus der energetischen Verbesserung eine konstruktiv geplante Gebäudehülle.

Fenster

Das bessere Fenster allein macht noch keine gute Sanierung.

Fenster beeinflussen Wärmeverlust, Tageslicht, solare Gewinne, Luftdichtheit und sommerlichen Komfort. Entscheidend ist jedoch auch, wie sie in die Gebäudehülle eingebunden werden.

  • Wo liegt die Fensterebene?
  • Wie wird die Laibung ausgebildet?
  • Wie wird der Anschluss luftdicht?
  • Wie werden Wärmebrücken reduziert?
  • Welcher Sonnenschutz ist notwendig?

Wenn eine spätere Fassadensanierung absehbar ist, sollte auch die Fensterplanung darauf vorbereitet sein. So vermeiden wir, dass eine heutige Einzelmaßnahme die nächste Sanierung unnötig erschwert.

Wärmebrücken

Gute Flächenwerte lösen keine schlechten Anschlüsse.

Auch ein sehr gut gedämmtes Bauteil kann an seinen Übergängen erhöhte Wärmeverluste oder niedrige innere Oberflächentemperaturen aufweisen.

Typische Bereiche sind:

Dachrand · Attika · Fensterlaibung · Balkonanschluss · Sockel · Deckenrand

Deshalb betrachten wir Wärmebrücken nicht als zusätzliche Berechnung am Ende. Sie helfen uns, Details so zu entwickeln, dass Konstruktion und Wärmeschutz zusammen funktionieren.

Feuchteschutz

Entscheidend ist der Feuchtehaushalt der gesamten Konstruktion.

Eine energetische Sanierung verändert Temperatur- und Feuchteverhältnisse innerhalb eines Bauteils.

  • Eine zusätzliche Dämmung verschiebt Temperaturverläufe.
  • Neue Fenster reduzieren unkontrollierten Luftaustausch.
  • Innendämmungen verändern die Bedingungen im vorhandenen Mauerwerk.
  • Holzkonstruktionen reagieren anders als massive Bauteile.

Deshalb lautet die Frage für uns nicht pauschal:

„Brauchen wir hier eine Dampfsperre?“

Sondern:

Wie funktioniert diese konkrete Konstruktion unter den neuen Bedingungen?

Material, Schichtenfolge, Luftdichtheit, Feuchteeintrag und Austrocknungsmöglichkeiten müssen zusammen betrachtet werden.

Luftdichtheit

Die luftdichte Ebene muss durchgängig planbar sein.

Luftdichtheit reduziert nicht nur unkontrollierte Wärmeverluste. Sie verhindert vor allem, dass warme und feuchte Innenluft unkontrolliert in empfindliche Bauteile gelangt.

Deshalb muss die luftdichte Ebene an Fenstern, Dachanschlüssen, Installationen und Bauteilübergängen tatsächlich ausführbar sein.

Gerade im Bestand liegt die Schwierigkeit häufig nicht in der Fläche, sondern darin, die vorhandenen und neuen Ebenen sinnvoll miteinander zu verbinden.

Sommerlicher Wärmeschutz

Gebäude müssen auch im Sommer funktionieren.

Fensterflächen, Orientierung, Sonnenschutz, Speichermasse, interne Lasten und Lüftungsmöglichkeiten bestimmen gemeinsam, wie stark sich Räume aufheizen.

Wir versuchen deshalb zunächst, sommerliche Lasten baulich zu begrenzen. Ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz kann beispielsweise einen erheblichen technischen Kühlbedarf vermeiden. Erst die verbleibende Kühllast sollte durch aktive Technik gedeckt werden.

So treffen sich Gebäudeplanung und Gebäudetechnik bereits beim Entwurf der Hülle.

Gebäudehülle und Wärmeversorgung

Eine bessere Hülle verändert die technische Planung.

Wird die Gebäudehülle verbessert, sinkt in der Regel die Heizlast. Das kann weitere Auswirkungen haben:

Dach · Fassade · Fenster verbessern

→ Wärmebedarf sinkt

→ Raumheizlasten verändern sich

→ vorhandene Heizflächen erhalten mehr Leistungsreserve

→ niedrigere Systemtemperaturen können möglich werden

→ die Wärmeversorgung kann anders dimensioniert werden

Deshalb betrachten wir größere Hüllensanierungen auch im Zusammenhang mit einer späteren Wärmepumpe oder einer anderen Wärmeversorgung.

Der richtige Zeitpunkt zählt.

Sanieren, wenn ohnehin eingegriffen wird.

Viele Maßnahmen werden wirtschaftlich interessant, wenn ein Bauteil ohnehin instandgesetzt werden muss.

Wenn ein Dach erneuert wird, sollte die energetische Verbesserung und eine mögliche PV-Nutzung mitgedacht werden. Wenn für eine Fassadeninstandsetzung ohnehin ein Gerüst benötigt wird, kann eine energetische Ertüchtigung sinnvoll mit untersucht werden. Wenn Fenster ausgetauscht werden, sollte ihre Lage zu einer späteren Fassadenmaßnahme passen.

Nicht jede Maßnahme muss deshalb sofort ausgeführt werden. Aber sie sollte die nächste möglichst nicht verhindern.

Vom Konzept zum Detail

Bauphysik wird erst durch ein ausführbares Detail wirksam.

Eine richtige bauphysikalische Idee genügt nicht, wenn sie auf der Baustelle nicht eindeutig umgesetzt werden kann. Deshalb vertiefen wir dort, wo die Funktion davon abhängt:

  • Dachränder
  • Fensteranschlüsse
  • Sockel
  • Schichtaufbauten
  • Fassadenanschlüsse
  • Durchdringungen
  • Übergänge zwischen Alt und Neu

Die Planung muss zeigen, welche Funktion ein Detail erfüllen soll und wie diese Funktion konstruktiv erreicht wird.

Nicht möglichst viele Berechnungen sind das Ziel. Sondern eine Konstruktion, die nachvollziehbar geplant ist und dauerhaft funktioniert.

Förderung sinnvoll einordnen.

Energetische Maßnahmen an Dach, Fassade oder Fenstern können förderfähig sein.

Für die Planung ist jedoch nicht nur die Höhe einer möglichen Förderung entscheidend. Relevant ist auch:

  • Welcher technische Zielzustand soll erreicht werden?
  • Welche Anforderungen entstehen daraus?
  • Welche Nachweise werden benötigt?
  • Wann müssen Entscheidungen oder Anträge erfolgen?

Deshalb ordnen wir Förderung früh ein, ohne die Konstruktion allein aus Förderbedingungen abzuleiten.

Was steht bei Ihrem Projekt an?

Beschreiben Sie uns Gebäude, Ausgangslage und die Entscheidung, die ansteht. Wir ordnen ein, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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Für eine erste Einordnung reichen Gebäudeart, Ausgangslage und Ihre Fragestellung.

Wir ordnen ein, ob zunächst ein Check, eine Voruntersuchung oder eine Planung sinnvoll ist.

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